Projekt in einem Satz

ThermoH2 entwickelt und untersucht einen sicher betriebenen Batch-Pyrolysereaktor, der Kunststoffgemische thermochemisch umsetzt und dabei ein wasserstoffreiches Gas sowie festen Kohlenstoff erzeugt. Der Anspruch ist nicht nur die Reaktion selbst, sondern ein kontrolliertes, messbares und weiterentwickelbares Gesamtsystem.

Problem

Mischkunststoffe, Verbunde und stark verunreinigte Kunststoffströme sind mechanisch oft nur schwer oder gar nicht hochwertig recycelbar. Sortierung, Additive und Materialkombinationen begrenzen klassische Verfahren deutlich.

Ansatz

Thermische Zersetzung unter Sauerstoffausschluss, kombiniert mit Katalysatoren, Inertgasführung, Gasreinigung und Sensorik. So soll die Produktverteilung gezielt beeinflusst und die Wasserstoffbildung verbessert werden.

Nutzen

Neben einem wasserstoffhaltigen Gas entsteht fester Kohlenstoff als Nebenprodukt. Damit verbindet das Projekt Rohstoffrückgewinnung, Energieträgererzeugung und experimentelle Verfahrenstechnik in einem kompakten System.

Konzept

Das Grundprinzip von ThermoH2 ist die thermische Spaltung von Kunststoffabfällen unter Sauerstoffausschluss. Die Polymere werden in einer geschlossenen Reaktionskammer auf hohe Temperaturen erhitzt, dabei in kleinere Moleküle zerlegt und anschließend in einer Katalysatorzone sowie in der Gasnachbehandlung weiter beeinflusst.

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Feedstock Auswahl

Ausgangsmaterial sind gemischte Kunststoffe, Verbunde und schwer trennbare Fraktionen. Masse, Zusammensetzung, Vorbehandlung und Versuchsbedingungen werden dokumentiert, damit die Ergebnisse vergleichbar bleiben.

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Pyrolyse im Hauptreaktor

Vor dem Aufheizen wird das System mit Argon gespült, um Luftsauerstoff zu entfernen. Im Reaktionsraum werden die Polymerketten thermisch zerlegt. Ziel ist eine definierte Produktverteilung aus Gasphase, eventuell Kondensaten und festem Rückstand.

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Katalytische Nachbehandlung

Die entstehenden Kohlenwasserstoffe werden in oder hinter dem Hauptreaktor über geeignete Katalysatoren weiter umgesetzt. Dabei sollen Spaltungs- und Reformierungsreaktionen gefördert und die Bildung molekularen Wasserstoffs erhöht werden.

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Gasreinigung und Messung

Die gasförmigen Produkte werden über Reinigungsstufen geführt, getrocknet und in einer definierten Messstrecke erfasst. Temperatur, Gaszusammensetzung und Sensorwerte dienen der quantitativen Auswertung.

Prozessschema
Prozessdiagramm und Reaktionsschema
Feedstock, Hauptreaktor, Katalysatorzone, Gasreinigung, Messsystem
Vereinfachtes Fließbild des ThermoH2-Systems mit Reaktions- und Messstrecke.

Aufbau

Der Pyrolysereaktor bildet die zentrale Reaktionseinheit. Typischerweise besteht das System aus einem hitzebeständigen Stahl- oder Quarzrohr, das in einen Ofen oder eine Heizmanschette eingebettet ist. Entscheidende Baugruppen sind Reaktionsrohr, Heizelement, Temperaturfühler, Gaszuführung, Gasabführung und temperaturbeständige Dichtungen.

Reaktorkern

Im Hauptreaktor wird das Kunststoffmaterial unter Sauerstoffausschluss auf hohe Temperaturen erhitzt. Die Polymerketten zerfallen dabei thermisch in kleinere Moleküle. Die Dichtheit des Reaktionsraums ist zentral, da schon geringe Sauerstoffmengen zu unerwünschter Oxidation führen können.

Reaktorkern
Aufbau des Hauptreaktors mit Reaktionsraum und Heizsystem
Katalysatorzone

Die Katalysatorzone befindet sich im oder hinter dem Hauptreaktor. Das Reaktionsgas strömt durch ein Festbett, in dem weitere Crack- und Reformierungsreaktionen stattfinden. Wichtige Anforderungen sind große Oberfläche, thermische Stabilität und mechanische Festigkeit.

Katalysatorzone
Katalysatorzone mit Festbett und Gasdurchströmung als Sekundärreaktor
Gasstrecke

Nach dem Reaktor werden die Produkte kontrolliert abgeführt, gegebenenfalls gekühlt und in Reinigungsstufen weiterbehandelt. Ziel ist eine definierte, reproduzierbare Messstrecke mit möglichst geringer Verfälschung durch Kondensate oder Feuchtigkeit.

Sicherheit und Messbarkeit

Der gesamte Aufbau ist auf kontrollierte Bedingungen ausgelegt. Absolute Dichtheit, Schutzgasführung, Temperaturkontrolle, sichere Gasabführung und eine kontinuierliche Überwachung sind entscheidend. Da bereits kleine Sauerstoffmengen bei hohen Temperaturen problematisch sein können, müssen alle Bauteile auf die gewählten Betriebsbedingungen abgestimmt sein.

  • Arbeiten im Abzug
  • Gasdichte Verbindungen und hitzebeständige Dichtungen
  • Kein offenes Feuer im Umfeld des Versuchs
  • Kontinuierliche Überwachung von Temperatur und Gasstrecke
  • Kontrollierte Inertgaszufuhr über Druckminderer und Durchflussregler
Sicherheitsdiagramm
Sicherheitsdiagramm: Sensoren, Ventile, Gasführung, Abzug
Sicherheitsrelevante Komponenten des ThermoH2-Systems

Theorie

Pyrolyse bezeichnet die thermische Zersetzung organischer Stoffe ohne Oxidation. Im Fall von Kunststoffen bedeutet das: Die langen Polymerketten werden bei hohen Temperaturen in kleinere Moleküle aufgespalten. Je nach Material, Temperatur, Aufenthaltszeit und Reaktorführung entstehen gasförmige Kohlenwasserstoffe, Wasserstoff, mögliche Kondensatfraktionen und fester Kohlenstoff.

Rolle der Katalysatoren

Nickelbasierte Katalysatoren sind besonders gut für Reformierungs- und Spaltungsreaktionen geeignet. Auf der Metalloberfläche werden C–C- und C–H-Bindungen aktiviert, wodurch kleinere Moleküle und in hohem Maß Wasserstoff entstehen können. Im Projektkontext kommen unter anderem Nickel auf Aluminiumoxid, Eisenoxid auf Trägermaterial und Raney-Nickel in Betracht.

Typische Katalysatoren im Projektkontext

  • Nickel auf Aluminiumoxid als klassischer Reformierungs- und Spaltungskatalysator mit großer aktiver Oberfläche
  • Eisenoxid auf Trägermaterial als kostengünstigere und thermisch stabile Alternative
  • Raney-Nickel als hochporöses, sehr reaktives Nickelmaterial mit großer innerer Oberfläche

Probleme und Herausforderungen

Ein zentrales Problem ist die Verkokung. Dabei lagert sich fester Kohlenstoff auf der Katalysatoroberfläche ab und blockiert aktive Zentren. Das führt zur Deaktivierung. Zusätzlich spielen thermische Stabilität, Selektivität und Empfindlichkeit gegenüber Verunreinigungen der Gasgemische eine wichtige Rolle.

An dieser Stelle werden noch Kalibrierkurven, Temperaturprofile und Vergleichsdiagramme ergänzt, sobald diese vorliegen.

Experimente

Die Versuchsreihen werden so geplant, dass einzelne Einflussgrößen gezielt variiert werden können. Dazu zählen Temperatur, Haltezeit, Feedstock-Zusammensetzung, Lage und Masse des Katalysators sowie Bedingungen in der Gasnachbehandlung.

Versuchsreihe Variablen Messgrößen Status
R1: Basisbetrieb Temperatur, Haltezeit, Feedstock Gasvolumen, Sensorwerte, Rückstand in Arbeit
R2: Nickel auf Al2O3 Katalysatormasse, Position, Temperatur H2-Signal, Kondensat, C-Rückstand geplant
R3: Eisenoxid auf Träger Trägermaterial, Aktivphase, Haltezeit Vergleichbarkeit, Stabilität, Selektivität geplant
R4: Raney-Nickel Temperaturfenster, Gaszusammensetzung Reaktivität, Wasserstoffbildung, Verkokung geplant
Versuchsprotokolle und Aufbaudokumentation
Tabellen
Ergebnistabellen (Auswahl)

Ergebnisse

Die Ergebnisse werden schrittweise veröffentlicht. Ziel ist nicht nur die Darstellung einzelner Versuchserfolge, sondern der Vergleich von Reproduzierbarkeit, Temperaturführung, Katalysatoreffekt und Produktqualität unter definierten Bedingungen.

Reproduzierbarkeit

Wie stabil verhalten sich Temperaturprofil, Sensorwerte und Rückstände bei vergleichbaren Versuchsbedingungen, und welche baulichen Änderungen verbessern die Konstanz?

Katalysator-Effekt

Welche Unterschiede zeigen sich bei Wasserstoffsignal, Nebenproduktbildung und Koksablagerung zwischen verschiedenen Katalysatorsystemen?

Produktqualität

Bewertet werden Gasphase, eventuelle Kondensate und fester Kohlenstoff. Entscheidend ist dabei nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität und Weiterverwendbarkeit.

Mögliche Weiterentwicklung

Das Projekt ist bewusst als lern- und ausbaufähige Plattform angelegt. Reaktor, Katalysatorzone, Gasreinigung und Messsystem können Schritt für Schritt erweitert werden.

Skalierung und Kontinuität

Langfristig ist ein Übergang zu standardisierteren Beschickungs- und Betriebsweisen denkbar. Dazu gehören verbesserte Temperaturführung, reproduzierbare Gasströme und perspektivisch kontinuierlichere Prozesse.

Wärmeeffizienz

Ein zentrales Thema ist die thermische Effizienz des Systems. Dazu zählen bessere Isolation, optimierte Heizprofile und eine genauere Bewertung der Energiebilanz.

Analytik

Erweiterte Gasanalyse, genauere Kalibrierungen, Charakterisierung des festen Kohlenstoffs und ein noch tieferer Vergleich mit Literaturdaten würden die Aussagekraft des Projekts deutlich erhöhen.

Roadmap
Roadmap

Unser privates Labor

ThermoH2 entsteht nicht in einem Institutsgebäude, sondern in einem privat aufgebauten Labor. Das bedeutet Eigenleistung, technische Improvisation, konsequente Dokumentation und konkrete Investitionen in Sicherheit, Messmittel, Werkstoffe und Nachbehandlung.

Wofür das Labor steht

  • Eigenbau und Iteration mit sauberer technischer Dokumentation
  • Fokus auf Sicherheit, Dichtheit und kontrollierte Gasführung
  • Messbarkeit statt bloßer Demonstration
  • Transparenz bei Material, Aufbau und Kosten
Labor
Ansicht des ehemaligen Laborraums mit Arbeitsfläche und Abzug

Presse und Veröffentlichungen

Hier sammeln wir Berichte, Veröffentlichungen und Medienbeiträge zum Projekt, u.a. Presseartikel, Wettbewerbsberichte, Schulveröffentlichungen oder Beiträge von Partnern.

Rheingau Echo

Bericht über das private Labor und das ThermoH2-Projekt im Rheingau Echo

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wiesbaden-lebt

Artikel über den Jugend-forscht Regionalwettbewerb Hessen West

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wiesbadenaktuell

Artikel über den Jugend-forscht Regionalwettbewerb Hessen West

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Kontakt

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